#rp13 speaker: Kate Miltner ist srsly fenomenal. Srsly.

Sprechen wir also über Katzen. Über Lolcats. Vor allem über Lolcats! Wer bislang dachte, dabei handele es sich um alberne, wenn auch putzige, altruistische Akte von Zeitverschwendung für Menschen mit Hang zu emotionaler Selbstreferenz im interpersonellen Kommunikationsmodus, ist schon mal auf der richtigen Spur. Für Kate Miltner sind sie noch mehr: ein Gradmesser unserer Kultur!
Alle, die die letzten 5 Jahre nicht in einer Höhle ohne Breitband-Internetanschluss verbracht haben, haben sie schon einmal geteilt: Ceiling Cat, Grumpy Cat oder OMG Cat. Katzen gehören ins Netz und sind schon lange Teil einer liebevoll gepflegten Netzfolklore. Doch trotz ihrer enormen Verbreitung gibt es nur wenig wissenschaftlich fundierte Untersuchungen über dieses Netzphänomen. Warum eigentlich?
Kate Miltner hat diese Lücke nun etwas geschlossen. Als Studentin für Medien & Kommunikation an der London School of Economics, wollte sie mehr über ihre liebsten Memes herausfinden und stellte in ihrer Masterarbeit die Fragen: Warum sind Lolcats so populär und was sind das für Menschen, die sich dafür begeistern?
Mit Hilfe von sechs Fokusgruppen und noch mehr Google-Hangout-Sessions kam die New Yorkerin tatsächlich zu Ergebnissen. Lolcats sind demnach nicht nur eine genre-typische Ausprägung der digitalen DIY-Kultur, eine alberne Sammlung von Katzenbildern. Nein, Lolcats helfen uns zutiefst menschliche Gefühle in eine neue Form zu bringen und darüber (neue) Beziehungen zu Menschen zu pflegen. Aber lest selbst. Das 98-seitige Werk trägt den Titel: „An investigation into the appeal of lolcats.“
Mittlerweile arbeitet Kate Miltner als Research Assistant im Social Media Collective bei Microsoft Research. Auf der re:publica wird sie über die Bedeutung und Vielfalt der Memesphäre für die Netzkultur sprechen.

